Walli hatte bei Ebay ein Schnäppchen aufgetan. Eine Ferienwohnung für 4 Personen und 4 Nächte für schlappe 75 Euro. Dafür mussten wir uns, was wir sonst nicht machen, terminlich festlegen und Anfang Juli erschien uns eine gute Wahl...
So machten wir uns am Montag auf den Weg. Der Wetterbericht für den Tag war suboptimal. Das Bild vom Regenradar sah ab ca München nicht schlecht aus. Südtirolwetter hatte vereinzelte Schauer im Angebot. Nach dem Abstreifen der gröbsten Wassermassen von den Sitzen machten wir uns auf den Weg nach Süden... Im Regen ging es Richtung Autobahn, die wir in Nürnberg erreichten. Auf der Autobahn ging es dann schon viel besser. Nicht dass es weniger geregnet hätte, aber es hat weniger Kurven. Bis München hatten wir uns schon fast an den Regen gewöhnt. Ab dann kam das Wasser durch Schuhe und Handschuhe. Es wurde also nicht langweilig auf dem Weg nach Österreich. Wo wir kurz nach der Grenze in einer Raststätte eine Kaffeepause einlegen. Bei Kaffee und Zigaretten sauen wir den Boden voll und scherzen noch ein wenig mit der Bedienung. So wie wir das Restaurant betreten, klart der Himmel auf und sogar ein wenig Sonne ist zu sehen... Das hält sich sogar. Bei Sonne steigen wir wieder auf die Motorräder und fahren weiter. Kaum sind wir auf der Auffahrt, schon haben uns die Wolken wieder bemerkt. In meinen Stiefeln steht inzwischen das Wasser.
Die Hoffnung, dass nach dem Brenner alles besser wird, hält mich aufrecht. Und wirklich kurz vor der Passhöhe wird es trocken. Unsere Stimmung steigt nicht nur, sie explodiert. Am Brenner wird noch mal österreichisch getankt. Ab jetzt wird es besser. Das Wasser sickert langsam wieder aus den Stiefeln.
Bis auf einen kleinen Schauer bleibt der Rest der Anreise tatsächlich trocken.
Nach ein wenig suchen finden wir auch unsere Unterkunft. Ist zwar keiner da, aber eine Telefonnr an der Tür, so dass doch noch jemand kommt. Die Dame hat uns aber nicht erwartet. Und das Haus ist auch voll. Nach einigem Hin und Her ist auch das geklärt. Wir hatten beim Termin einen TIPPFEHLER und nicht im Juli sondern im Juni reserviert. Wir sind also einen Monat zu spät...
Ein Haus weiter unten kommen wir aber unter und können den Tag mit einem Dach über dem Kopf und Halbpension beschließen...
Der nächste Tag sieht nicht viel besser aus. Die Motorradklamotten sind noch feucht bzw nass. Auf den ersten Kilometern, Richtung Misurina, kommt aber kein neues Wasser dazu. Am Passo di Mauria, nach der Cappuccino-Pause, haben uns die Regenwolken wieder entdeckt. Nass und lustlos wie wir sind beschließen wir uns auf den Heimweg zu machen. Über den Plöckenpass im Regen geht es nach Österreich. Noch nie bin ich hier trocken geblieben, es regnet wieder richtig. Aber das schlimmste haben wir wohl verpasst. Die Straße ist voll Dreck geschwemmt, neben der Straße liegen losgeschwemmte Bäume. Es ist zwar ein bisschen abenteuerlich, aber ziemlich spaßfrei... Nun noch die Gailberghöhe hoch. Oben wollen wir übernachten. Machen wir auch. Hier kann man auch im versauten Regenzustand ankommen. Es gibt Garage und einen Trockenraum. Während meine Stiefel dort entwässert werden, krieg ich vom Wirt Saunaschlappen, damit ich nicht barfuß laufen muss. Das Zimmer und das Essen sind auch empfehlenswert... http://www.gailberg.at/
Dank des Trockenraums sind am nächsten Morgen Stiefel und Handschuhe nur noch feucht... Über die Großglocknerstraße werden wir uns auf den Weg nach Hause machen. Zunächst ist es auch hell und trocken. Gailberghöhe runter macht richtig Spaß. Ist nur zu kurz, denn der Weg zum Glockner ist eher unspektakulär.
An der Mautstation verabrede ich "Gletscher" und Walli versteht "Spitze". Ich husche los und kurz danach stehen wir an unterschiedlichen Plätzen und warten aufeinander. Sie an der Edelweißspitze, wo ich nicht bin und ich hinten am Gletscher, wo sie nicht kommt... Per Handy können wir das klären und verabreden uns neu an der Mautstation. Am Hochtörl habe ich den Runninggag der Tour wieder erreicht... Es regnet... bis fast unten wo ich wieder auf Walli treffe.
Kaum haben wir uns am Kiosk ein Warmgetränk gekauft, schon reißt der Himmel auf und sogar die Sonne kommt durch.
Nun zieht sich unser Heimweg über Kitzbühel und Wörgl durch Tempobegrenzungen und Überholverbote. Und dann sind wir aus den Bergen raus
Die abschließenden Kilometer auf der Autobahn sind sonnig. Ein wenig windig zwar aber sonnig... Und weil wir schon fast wieder trocken sind werden wir auf den letzten Kilometern noch mal richtig geduscht. Als wir zu Hause sind, sind wir wieder pitschnass.
Wir hätten Taucherbrille, Schnorchel und Schwimmflossen mitnehmen sollen. |